Wie beginnt dein Tag? Meist mit dem Wecker.
Noch halb verschlafen greifst du nach deinem Smartphone. Eine Nachricht. Kurz Instagram. Ein paar Videos. Vielleicht noch die Nachrichten. Die erste Mail des Tages.
Eigentlich wolltest du nur kurz schauen. Und plötzlich bist du mittendrin.
Noch bevor dein Tag überhaupt richtig begonnen hat, haben bereits andere Menschen, Nachrichten und Algorithmen deine Aufmerksamkeit bekommen.
Und genau deshalb lohnt es sich, einmal etwas ganz Einfaches auszuprobieren.
Die ersten 30 Minuten des Tages gehören dir.
Nicht deinem Smartphone. Nicht Instagram. Nicht WhatsApp. Nicht den Nachrichten. Einfach dir oder den Menschen, mit denen du zusammenlebst.
Du kannst aufstehen, duschen, frühstücken, Musik hören, dich bewegen, einen Kaffee trinken, aus dem Fenster schauen oder einfach ein paar Minuten nichts tun und dich auf deinen neuen Tag vorbereiten.
Es geht dabei nicht darum, morgens besonders produktiv zu sein. Du musst nicht anfangen zu meditieren, Yoga zu machen oder dich zu irgendetwas zu zwingen, worauf du keine Lust hast. Entscheide selbst, womit dein Tag beginnt.
Denn der Morgen gibt dem Tag oft eine Richtung vor. Wenn wir direkt nach dem Aufwachen anfangen zu scrollen, reagieren wir auf das, was von außen kommt. Nachrichten, Videos, Termine, Meinungen und Reize bestimmen, worauf unsere Aufmerksamkeit geht.
Wenn wir stattdessen zunächst bei uns bleiben, beginnt der Tag anders. Ruhiger. Bewusster. Mit mehr Raum für uns selbst.
Und die letzten 30 Minuten
Genauso wichtig sind die letzten 30 Minuten des Tages. Auch hier greifen wir oft ganz automatisch zum Smartphone. Noch eine Nachricht. Noch ein Video. Noch einmal durch den Feed.
Wir nehmen das Smartphone mit ins Bett und lassen den Tag mit einem Bildschirm enden. Und da uns das Blaulicht und all die Eindrücke nicht müde machen, verschiebt sich unser Schlaf häufig deutlich nach hinten und wird unruhiger.
Dabei könnte diese Zeit etwas ganz anderes sein. Zeit für ein Gespräch. Ein Buch. Nachdenken. Zeit zum Runterkommen. Die Welt ist an sich schon laut und herausfordernd genug.
Du kannst den vergangenen Tag noch einmal durchgehen. Den nächsten Tag planen. Oder einfach einschlafen, ohne dass die letzte halbe Stunde des Tages von einem Bildschirm geprägt ist. Die letzten 30 Minuten gehören ebenfalls dir.
Wer entscheidet eigentlich?
Es geht dabei nicht darum, das Smartphone aus unserem Leben zu verbannen. Es geht darum, ihm nicht jede freie Minute automatisch zu überlassen.
Denn vielleicht ist genau das eine der wichtigsten Fragen im Umgang mit unserem Smartphone:
Wer entscheidet eigentlich, wann ich zum Smartphone greife: ich oder der Algorithmus?
Die ersten und letzten 30 Minuten sind nur ein kleiner Schritt. Aber vielleicht ist es genau das, was Veränderung so oft braucht: kein radikaler Verzicht, kein neues Regelwerk, keine Perfektion. Sondern eine kleine Entscheidung, die wir jeden Tag selbst treffen und die sich für uns ein Stück weit besser anfühlt.
Mein Tag beginnt bei mir. Und mein Tag endet bei mir.
Unsere Challenge: 30 morgens, 30 abends
Deshalb laden wir dich ein, es auszuprobieren. Für einen Monat versuchen wir, die ersten 30 Minuten nach dem Aufstehen und die letzten 30 Minuten vor dem Schlafengehen ohne Smartphone zu verbringen.
Nimm das nicht als etwas in Stein Gemeißeltes. Nimm es als eine Art Selbstexperiment, in dem du es einen Monat lang ausprobierst. Beobachte einfach, was sich verändert.
Wie beginnt dein Tag? Wie fühlt es sich an, abends ohne Smartphone einzuschlafen? Und was machst du mit der Zeit, die vorher ganz selbstverständlich auf dem Bildschirm verschwunden ist?
Vielleicht entsteht genau dort wieder etwas, das im Alltag schnell verloren geht: mehr Ruhe, mehr Aufmerksamkeit und mehr echtes Leben.
Wir freuen uns, wenn du mitmachst.
Deine Linda Schmiedel & Jacob Weizman

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